Sofern zum Zeitpunkt des Abschlusses des Kaufvertrages eine Rechtsschutzversicherung mit Vertragsrechtsschutz vorhanden war, übernimmt diese im Regelfall die entstehenden Rechtsanwalts- und Gerichtskosten bei Streitigkeiten wegen Mängeln.
Der richtige Zeitpunkt
Die wichtigste Voraussetzung für den Versicherungsschutz: Die Rechtsschutzversicherung muss bei Abschluss des Kaufvertrags bestanden haben. Eine nachträgliche Versicherung hilft nicht.
Versicherung greift
Vertragsrechtsschutz bestand bei Kaufvertragsschluss. Mangel wird erst nach dem Kauf entdeckt.
Versicherung greift nicht
Versicherung erst nach dem Kauf abgeschlossen. Oder: Streit war bei Versicherungsbeginn bereits absehbar.
Welche Kosten werden übernommen?
Außergerichtliche und gerichtliche Vertretung
Prozesskosten und Gebühren
Sachverständigengutachten (oft mitversichert)
Entschädigung für Zeugen
Je nach Tarif mitversichert
Bei Prozessverlust
Leistungsausschlüsse beachten
Achtung: Die Rechtsschutzversicherung zahlt nicht immer! Aufgrund der vielen Leistungsausschlüsse sollten Sie stets einen Blick in die Versicherungsbedingungen werfen.
Checkliste: So nutzen Sie Ihre Rechtsschutzversicherung
Prüfen Sie, ob die Versicherung bei Kaufvertragsschluss bestand
Schauen Sie in Ihre Police oder rufen Sie bei Ihrer Versicherung an.
Kontaktieren Sie Ihre Versicherung VOR Beauftragung eines Anwalts
Viele Versicherer verlangen eine vorherige Schadensmeldung.
Holen Sie eine schriftliche Deckungszusage ein
Erst nach der Deckungszusage sollten Sie einen Anwalt beauftragen.
Beachten Sie den Selbstbehalt (meist 150-500 €)
Diesen Betrag tragen Sie in jedem Fall selbst.
Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos und Gutachten
Eine gute Dokumentation stärkt Ihre Position erheblich.
Häufige Fragen zur Rechtsschutzversicherung beim Hauskauf
Zahlt die Rechtsschutzversicherung bei Mängeln nach dem Hauskauf?
Ja, wenn zum Zeitpunkt des Kaufvertrags eine Rechtsschutzversicherung mit Vertragsrechtsschutz bestand, übernimmt diese im Regelfall die Anwalts- und Gerichtskosten bei Streitigkeiten wegen versteckter Mängel, arglistiger Täuschung oder Gewährleistungsansprüchen.
Welche Kosten übernimmt die Rechtsschutzversicherung beim Immobilienkauf?
Die Rechtsschutzversicherung deckt typischerweise: Anwaltskosten (außergerichtlich und gerichtlich), Gerichtskosten, Gutachterkosten für Sachverständige, und bei Prozessverlust auch die gegnerischen Kosten. Die genaue Deckung hängt vom Tarif ab.
Greift die Rechtsschutzversicherung bei arglistiger Täuschung?
Ja, bei arglistiger Täuschung durch den Verkäufer greift die Rechtsschutzversicherung in der Regel. Wichtig: Die Versicherung muss bereits bei Vertragsschluss bestanden haben, nicht erst bei Entdeckung des Mangels.
Was ist der Unterschied zwischen Privat- und Immobilienrechtsschutz?
Der private Vertragsrechtsschutz deckt meist Streitigkeiten aus dem Immobilienkauf ab. Ein spezieller Immobilienrechtsschutz oder Baurechtsschutz ist für Baustreitigkeiten, Nachbarschaftsstreit oder Mietrecht erforderlich.
Muss ich einen Selbstbehalt zahlen?
Die meisten Tarife haben einen Selbstbehalt von 150-500 Euro pro Rechtsfall. Premium-Tarife bieten oft Rechtsschutz ohne Selbstbehalt. Prüfen Sie Ihre Police vor der Beauftragung eines Anwalts.
Was tun, wenn die Rechtsschutzversicherung ablehnt?
Bei Ablehnung sollten Sie: 1) Schriftliche Begründung anfordern, 2) Widerspruch einlegen mit Gegendarstellung, 3) Ggf. Ombudsmann der Versicherungswirtschaft einschalten. Viele Ablehnungen werden nach Widerspruch revidiert.
Mängel nach dem Hauskauf entdeckt?
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